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Jedem Gönner oder Gold-Gönner bieten wir zweimal jährlich die Möglichkeit an einen Artikel über sich, seine Produkte und Neuheiten etc. in unserem Blog zu veröffentlichen. Die einzige Vorgabe die wir machen ist, die Artikel müssen einen klaren Bezug zum Beruf des Netzelektrikers haben. Stadtwerk Winterthur nimmt an dieser Stelle diese Chance war und veröffentlicht nachfolgenden interessanten Beitrag.


Spannende Rückbauarbeiten an der letzten Mittelspannungsfreileitung in Winterthur 

Vor dem Start der Bauarbeiten zum SBB-Projekt «Mehrspur Zürich-Winterthur» muss die letzte Mittelspannungsfreileitung über den SBB-Gleisen und dem Fluss Töss in Winterthur abgebaut werden. 

Im Zuge dieser Rückbauarbeiten waren diverse Fachleute und -bereiche in den Ablauf der Vorarbeiten involviert. Wann und wie die Fachbereiche und die Mitarbeitenden von Stadtwerk Winterthur an diesen Rückbauarbeiten beteiligt waren, das wollen wir euch im Folgenden etwas ausführlicher aufzeigen.

Das Projekt Rückbauarbeiten begann in der Abteilung Projektierung. Sie ist zuständig für die stadtinterne Koordination der Tiefbauarbeiten und die Koordination mit den kantonalen Stellen: Es mussten Bewilligungen beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat ESTI und beim Amt für Wasser, Energie und Luft (AWEL) betreffend Gewässer, Wald und Grundwasserschutz eingeholt, diverse Abklärungen gemacht und Auflagen aus dem ESTI-Plangenehmigungsverfahren bereinigt werden. Es wurden Fragen geklärt wie: Um welche Rohre handelt es sich im betroffenen Abschnitt, wie ist die Beschaffenheit der bestehenden Schächte, wie gross sind die Distanzen? Kann die Abteilung Ausführung (unsere Netzelektriker und der Bauleiter) die Arbeiten mit dem bestehenden Material bewältigen?

Die Projektunterlagen zur Submission und der anschliessenden Ausführung übergab die Abteilung Projektierung dann der Abteilung Ausführung. Eine Woche vor den effektiven Kabelarbeiten draussen im Stadtteil Töss öffneten und inspizierten die Netzelektriker die Schächte, um zu testen, ob die Rohranlagen durchgängig waren. Dafür wurde eine Schnur durch die Rohre eingeblasen, es wurde aber nichts Bemerkenswertes festgestellt.

Am 12. Dezember 2023 fanden die beiden Kabelzüge statt, bei denen unsere Netzelektriker bei Regen und Kälte vollen Einsatz leisteten. Um das Pumpwerk Stadtacker der Wasserversorgung im Bereich des Flusses Töss weiterhin mit Strom zu versorgen, zogen sie unterirdisch zwei Mittelspannungskabel von insgesamt 1250 Metern von der Trafostation Auwiesen bis zum Pumpwerk Stadtacker ein. Nachdem das geschafft war, hiess es aufräumen, Kabelenden abschrumpfen (mit schwarzer Schrumpfkappe vorübergehend verschliessen), damit kein Wasser eintritt, Schächte verschliessen und das Material wieder mitnehmen.

Am darauffolgenden Tag wurden die beiden Teilstücke durch eine Mittelspannungsmuffe verbunden und in den beiden Trafostationen Auwiesen und Pumpwerk Stadtacker die Endverschlüsse montiert. Wichtige Angaben wie Kabellänge, Zuglast, Kabeltyp, verantwortliche Personen, Namen der Mitarbeitenden und Arbeitstage wurde im Kabelblatt dokumentiert und dann dem Fachbereich Netzbetrieb von Stadtwerk Winterthur übergeben.

An der Freileitung selbst waren keine grossen Arbeiten durch unsere Netzelektriker vorgesehen. Bis zum ersten Betonmasten, bei dem das alte Zuleitungskabel auf den Masten ging, wurde dieses herausgezogen. Die Abbrucharbeiten an der Freileitung selbst übernahm eine spezialisierte Drittfirma. Mit dem Rückbau dieser Mittelspannungsfreileitung wurde die letzte 11,3-Kilovolt-Freileitung im Versorgungsnetz der Stadt Winterthur ausser Betrieb genommen.